Das müssen Sie wissen, wenn der Festnetz-Anbieterwechsel mit Rufnummernmitnahme reibungslos klappen soll

Verfasst am 29. August 2016 von Philipp Rabus

Immer wieder schlagen Anbieterwechsel im Festnetz auch bei Geschäftskunden fehl, obwohl gerade diese Kundengruppe auf die telefonische Erreichbarkeit angewiesen ist. Von abgeklemmten Anschlüssen, verlorene Rufnummern oder anderen Reibereien im Zusammenhang mit dem Wechsel hat so gut wie jeder schon mal gehört. Doch warum geht scheinbar so viel schief und wie lassen sich Probleme vermeiden?

„Erst mal kündigen, dann nach verhandeln und im Zweifel den Anbieter wechseln.“ – wenn die Kündigung zum Problem wird

Was Sie in eine vermeintlich stärke Verhandlungsposition bringen soll, gefährdet Ihre Erreichbarkeit. Kündigen Sie Ihren Festnetzanschluss selbst, wird der Anbieterwechsel mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht reibungslos funktionieren. Zwar können Sie Ihre Rufnummer(n) irgendwann zum neuen Anbieter mitnehmen, die Frage ist dabei nur: Wann werden Sie wieder erreichbar sein?

Das liegt unter anderem daran, dass das Vertragsende Ihres bisherigen Alt-Vertrages stark vom Anschalttermin Ihres neuen Vertrages beim Folgeanbieter abweichen kann. So kann es für den neuen Anbieter in diesem Fall nicht möglich sein, den Anschluss technisch rechtzeitig zu schalten, um eine lückenlose Versorgung sicherzustellen.

Die Lösung dafür ist ganz banal: Kündigen Sie Ihren Altanbieter nur über das Portierungsformular Ihres neuen Anbieters. Regelungen dafür finden sich in §46 des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Der alte und neue Anbieter stimmen sich für einen Umstellungstermin ab. Die Umstellung muss innerhalb eines Tages abgeschlossen sein. Schlägt der Anbieterwechsel fehl, ist der Altanbieter verpflichtet, für die Weiterversorgung bis zum Ersatztermin zu sorgen.

Beachten Sie dabei unbedingt folgendes:

  • Planen Sie einen Puffer für die Kündigungsfrist ein. Ihr neuer Anbieter benötigt etwas Bearbeitungszeit, bis er die Portierungskündigung an den neuen Anbieter übermittelt. Stellen Sie den Auftrag zu kurzfristig, kann die Kündigungsfrist verstreichen und Sie sind ggf. wieder länger an Ihren alten Anbieter gebunden.
  • Die Schreibweise des Vertragsnehmers beim alten Anbieter muss auf dem Portierungsformular exakt angegeben sein. Abweichungen können Verzögerungen bedeuten.

„Neues Büro, neuer Anbieter.“– wenn Ihr Anschluss dann zu spät umzieht

Umziehen und dabei den Anbieter wechseln kann oft verlockend klingen, gerade wenn der neue Anbieter im neuen Büro mehr Leistung bereitstellen kann, als der alte.

Vergessen Sie dabei nicht Ihre Restlaufzeit beim Altanbieter. Der neue Anbieter wird Sie nicht vorzeitig aufschalten können, bis der alte Anbieter ihm nicht die Rufnummern zum Vertragsende übergibt. Eine vorzeitige Rufnummernmitnahme im Festnetz ist nämlich anders als im Mobilfunk nicht vorgeschrieben.

Teilen Sie daher besser Ihrem alten Anbieter mit, dass Sie umziehen und beauftragen Ihren neuen Anbieter erst nach erfolgtem Anschlussumzug mit dem Anbieterwechsel.

„Der Techniker kam nicht“ – wenn der vor Ort Termin platzt

In vielen Fällen ist bei einem Anbieterwechsel nicht unbedingt ein Techniker-Termin notwendig. In diesen Fällen kann es sein, dass die Umstellung aus der Ferne abgeschlossen werden kann.

Trotzdem kann es passieren, dass Sie beim Anbieterwechsel am Tag der Umstellung ein Techniker besuchen muss, um neue Leitungen zu installieren der Leitungen zu messen. Dann ist es wichtig, dass Sie der Techniker auch ohne Probleme auf Anhieb findet.

Stellen Sie für Vor-Ort-Termine daher unbedingt sicher, dass ein gut und eindeutig sichtbares Klingelschild vorhanden ist. Ist Ihr Büro schwer zu finden, bringen Sie z.B. provisorische Beschilderung an, damit Sie der Techniker leichter findet – ganz nach dem Motto: Lieber ein Zettel zu viel, als einer zu wenig.

„…dann habe ich einfach mehrere Störungen gemeldet, um die Umstellung zu beschleunigen“ – wenn Ihre Störungsmeldung zur Störung führt

Lesen Sie unbedingt die Auftragsbestätigung Ihres neuen Anbieters aufmerksam. Dort finden Sie auch ein Zeitfenster, wie lange die Umstellung voraussichtlich dauern wird. Vermeiden Sie eine Störungsmeldung innerhalb dieses Zeitfensters, da diese den Wechselprozess negativ beeinflussen kann.

Normalerweise wird ein Anbieterwechsel am Tag der Umstellung innerhalb weniger Minuten erfolgreich abgeschlossen. Trotzdem kann es sein, dass Ihre Erreichbarkeit erst ab dem Folgetag wieder vollumfänglich funktioniert.

Ist Ihr Anschluss ab Mittag generell nicht erreichbar, so sollten Sie Ihren neuen Anbieter darüber telefonisch informieren. Vermeiden Sie unbedingt Mehrfachmeldungen, indem Sie sich bei Folgeanrufen auf Ihre bereits gemeldete Störung beziehen.

Wann eine Rufnummernmitnahme generell nicht möglich ist

Nicht immer können Rufnummern im Festnetz mitgenommen werden, so z.B. in diesen Fällen:

  • Sie ziehen in einen anderen Vorwahlbereich um: Festnetzrufnummern können nur innerhalb eines Ortsnetzes mitgenommen werden. Ziehen Sie Ihren Anschluss in ein anderes Ortsnetz um (andere Vorwahl), erhalten Sie neue Rufnummern.
  • Sie möchten einen Anlagenanschluss mit Rufnummernblock (Kopfrufnummer mit Durchwahlen) wechseln: Unterstützt Ihr neuer Tarif nur Einzelrufnummern (MSN) wie bei ISDN-Mehrgeräteanschlüssen, schlägt der Wechsel fehl. Der neue Tarif muss folglich Anlagenanschluss-tauglich sein.
  • Sie möchten von einem Mehrgeräteanschluss zu einem Anlagenanschluss wechseln: Ihre Rufnummern können nicht mitgenommen werden, da diese nicht durchwahlfähig sind.

In eigener Sache – der eneatec Tipp:
Führen Sie einen Anbieterwechsel gemeinsam mit einem kompetenten ITK-Berater wie eneatec durch, erhalten Sie Unterstützung direkt beim Ausfüllen der Formulare und minimieren mögliche Reibungspunkte beim Anbieterwechsel schon direkt zu Beginn.