Wenn Ihr Festnetzauftrag wegen Leitungsmangel storniert wird

Verfasst am 24. August 2016 von Philipp Rabus

Stellen Sie sich vor: Sie bestellen einen SDSL-Anschluss, welcher trotz vorher erfolgter Verfügbarkeitsprüfung storniert wird. Viele Unternehmen trifft dieser Umstand sehr, denn ohne eigene Internetleitung kein Geschäft. Was genau ist ein Leitungsmangel, warum ist die Verfügbarkeitsprüfung trotz Leitungsmangel positiv und was können Sie genau tun, um trotzdem an einen Anschluss zu kommen? In diesem Artikel erfahren Sie alle wichtigen Informationen.

Es fängt bei der Verfügbarkeitsprüfung an

Verfügbarkeitschecks berücksichtigen zum einen nur die grundsätzliche Verfügbarkeit der gewünschten Technologie wie z.B. SDSL im jeweiligen Anschlussbereich. Aufgrund der Standortentfernung zum Hauptverteiler (HVt) kann eine ungefähre Leitungsdämpfung berechnet werden, wodurch abgeleitet werden kann, ob die passende Bandbreite am Standort überhaupt erzielbar ist.

Bei Datenleitungen werden bis zu vier Kupferdoppeladern benötigt

Anders als bei Telefonanschlüssen mit ADSL oder VDSL werden für kupferbasierte Datenleitungen wie SDSL eigene Leitungen, also auch eigene Telefondosen benötigt. Dabei wird auf das bestehende Telefonnetz zurückgegriffen. Die Verfügbarkeit der erforderlichen Kupferdoppeladern (ein Adernpaar wird CuDA genannt) vom Hauptverteiler bis zum Hausanschluss (APL – Abschlusspunkt Linientechnik) wird vom Anbieter nicht vorab geprüft. Erst mit einer Beauskundung bei der Deutschen Telekom kann eine verbindliche Aussage getroffen werden.

Die Beauskundung der Kupferleitungen erfolgt automatisch bei Leitungsbestellung. D.h. erst wenn Sie den Auftrag stellen, bestellt Ihr Provider die Leitungen bei der Deutschen Telekom. Nach ca. einer Woche liegt das Ergebnis vor, so dass Ihnen damit entweder ein Termin zur Schaltung oder ein Storno übermittelt werden kann.

Wenn trotz freier Adern storniert wird

Nicht selten befinden sich noch freie Adern am Hausanschluss – doch trotzdem könnten eine Leitungsbestellung storniert werden: Das hängt damit zusammen, dass nicht zwangsweise alle freien Leitungen am Hausanschluss für eine Datenleitung geeignet sind.

Die Deutsche Telekom muss vor Bestätigung eines neuen Anschlusses prüfen, ob mit dem neuen Anschluss nicht bestehende Anschlüsse gestört werden (induktive Übersprechstörungen) bzw. die jeweiligen Adern die notwendige Qualität haben, damit zuverlässig Daten übertragen werden können.

Außerdem ist es möglich, dass der Leitungsmangel nicht nur die Adern am Hausanschluss betrifft. Auf einem Zwischenverteiler kann es auch einen Engpass geben, so dass zwar eine Leitung von Ihrem Hausanschluss zum Zwischenverteiler frei ist, aber keine Leitungen mehr vom Zwischenverteiler zum Hauptverteiler.

Treffen Sie bereits im Vorfeld Maßnahmen für einen Plan B

Wenn Sie größtmögliche Sicherheit haben wollen, sollten Sie einen SDSL-Anschluss ca. 13 Wochen vor dem gewünschten Installationstermin bestellen. So bleibt bei einem möglichen SDSL-Storno noch Zeit für Baumaßnahmen.

So gibt es den Bauherrenservice der Deutschen Telekom, der aber nur über den Gebäudeeigentümer kostenpflichtig beauftragt werden kann. Eine bauliche Erweiterung der Leitungskapazitäten kann unter bestimmten Umständen auch kostenfrei erfolgen und sollte daher mit einem unabhängigen Berater im Vorfeld besprochen werden. Die Möglichkeiten sind sehr individuell, so dass eine pauschale Empfehlung nicht zweckmäßig ist.

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