Mobilfunk-Rufnummer als Geschäftskunde mitnehmen – so funktioniert die Portierung

Verfasst am 25. November 2016 von Philipp Rabus

Seit 2002 können Mobilfunkkunden in Deutschland gesetzlich geregelt Ihre Rufnummer anbieterübergreifend mitnehmen. Dank der Novelle des Telekommunikationsgesetzes in 2012 ist die Rufnummernmitnahme (Portierung) im Mobilfunk noch einfacher geworden.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie beachten sollten, wenn Sie als Geschäftskunde Ihre Rufnummer mitnehmen wollen und welche Kosten entstehen können.

Das wichtigste vorab: Kündigung nicht vergessen!

Anders als im Festnetz wird Ihr Laufzeitvertrag im Mobilfunk nicht durch die Rufnummernmitnahme über den neuen Anbieter gekündigt. Kündigen Sie daher (in der Regel spätestens drei Monate vor Vertragsende) selbst, damit sich Ihr bestehender Vertrag nicht automatisch verlängert. Zur Fristwahrung kann es sinnvoll sein, immer prophylaktisch zu kündigen. Selbst wenn Sie dann doch nicht wechseln wollen, lässt sich die Kündigung ca. eine Woche vor Vertragsende noch zurückziehen. Warten Sie aber möglichst nicht bis zum letzten Tag, da Ihre Erreichbarkeit sonst gefährdet sein kann.

Auch Rufnummern von Prepaid-Karten können portiert werden. Da es sich hier um keinen Laufzeitvertrag handelt, muss der Anbieter entsprechend informiert werden. Das erfolgt in der Regel über eine „Verzichtserklärung“, auf der Sie als Vertragspartner erklären, dass mit Rufnummernmitnahme das Prepaid-Vertragsverhältnis mit dem Anbieter beendet wird. Ihr Prepaid-Guthaben muss gegebenenfalls entsprechend aufgeladen sein, da Ihr Prepaid-Anbieter Portierungsgebühren berechnen kann (siehe unten – Kosten).

Welche Daten benötigt werden

Neben der mitzunehmenden Rufnummer sind der Anbieter und das Netz (z.B. Telekom, Vodafone, Telefónica), in dem Ihre Rufnummer geschaltet ist, anzugeben. Je nach beim Altanbieter hinterlegtem Kundentyp unterscheiden sich die Daten, die für den Portierungsauftrag benötigt werden:

  • Werden Sie beim alten Anbieter als Geschäftskunde geführt, wird die exakte Firmierung wie beim Altanbieter hinterlegt, sowie Ihre Kundennummer benötigt.
  • Werden Sie als Privatkunde geführt, wird Ihr Vorname, Ihr Nachname sowie Ihr Geburtsdatum benötigt.

Gleichen Sie die Daten z.B. mit Ihrer aktuellen Rechnung oder der Kündigungsbestätigung ab. Fallen Ihnen Fehler auf, so lassen Sie diese gegebenenfalls erst beim Altanbieter korrigieren, damit die Portierung erfolgreich durchgeführt werden kann.

Neben den reinen Daten, die benötigt werden, muss Ihr neuer Provider auch wissen, wann die Portierung durchgeführt werden soll. Je nach Anbieter stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

Vorzeitige Rufnummernmitnahme

Die Novelle des Telekommunikationsgesetzes lässt es zu, dass Sie Ihre Mobilfunk-Rufnummer jederzeit, also schon vor Vertragsende zu einem anderen Anbieter mitnehmen können. Mit der so genannten Portierungserklärung bei Ihrem Altanbieter wird durch Sie eine Freigabe („Opt-In“) gesetzt, so dass Ihre Rufnummer bei einkommendem Portierungsauftrag an den anfragenden Provider übertragen werden darf. Das Opt-In können Sie meist formlos per Telefon, Fax, E-Mail oder im Online-Kundencenter Ihres Anbieters setzen lassen.

Ihr neuer Provider übernimmt dann die bestehende Rufnummer vorzeitig vom alten Anbieter, welcher Ihnen wiederrum für die Restlaufzeit eine neue Rufnummer zuteilt. Beide Verträge sind dadurch parallel nutzbar; es fallen jedoch bis Vertragsende auch beim alten Anbieter die jeweiligen Kosten und Nutzungsgebühren an:

Diese Mehrkosten können aber gerade in diesen Fällen trotzdem wirtschaftlich sein:

  • Das Aktions-Angebot beim neuen Anbieter ist zeitlich limitiert. Würden Sie bis Vertragsende warten, wäre es nicht mehr verfügbar und später deutlich teurer.
  • Sie haben hohe verbrauchabhängige Kosten beim alten Anbieter, weil Sie z.B. viel ins Ausland telefonieren. Ihr neuer Anbieter stellt Ihnen ein günstiges Freivolumen oder eine Flatrate zur Verfügung, womit die vermeintlichen Mehrkosten der doppelten Grundgebühren schnell amortisiert sind.
  • Sie sind mit der Netzqualität Ihres alten Anbieters nicht zufrieden und benötigen daher den Wechsel vorzeitig, um geschäftlich besser erreichbar zu sein.

Portierung zum Laufzeitende

Durch die Portierung zum Laufzeitende wird die Rufnummernmitnahme nahtlos nach Vertragsende beim Altanbieter durchgeführt. Daher benötigt Ihr neuer Anbieter das genaue Vertragsende beim Altanbieter, um die Mitnahme erfolgreich einzusteuern. Legen Sie Ihrem neuen Anbieter daher möglichst immer die Kündigungsbestätigung bei, damit der Portierungsauftrag fehlerfrei eingegeben werden kann.

In manchen Fällen kann es sein, dass Ihr bestehender Vertrag an schaltungsfreien Tagen z.B. feiertags ausläuft. An diesen Tagen kann Ihr neuer Anbieter möglicherweise nicht aktivieren. Es kann aber auch sein, dass weitere technische Gründe gegen die Portierung am Datum des Vertragsendes sprechen. In diesem Fall ist Ihr Altanbieter zur Weiterversorgung zu den letzten Konditionen verpflichtet, bis Ihre Rufnummer erfolgreich auf Ihren neuen Anbieter übertragen wurde. Ihre Erreichbarkeit ist daher nahtlos sichergestellt.

Rufnummernmitnahme nach Vertragsende

Auch wenn Ihr Vertrag bereits ausgelaufen und Ihre Rufnummer aktuell nicht mehr erreichbar ist, können Sie diese noch bis zu 60 Tage nach Vertragsende mitnehmen.

Nachträgliche Rufnummernportierung

Wenige Anbieter unterstützen die nachträgliche Rufnummernmitnahme. Dabei wird die (vorläufige) Rufnummer eines bereits aktiven Vertrages mit der zu portierenden Rufnummer nachträglich ausgetauscht.

Sonderfall – Eine private Rufnummer als Geschäftskunde mitnehmen

Viele Selbstständige und Mitarbeiter nutzen Ihren ehemals privat genutzten Mobilfunkanschluss nur noch rein geschäftlich und zahlen trotzdem privat, weil Sie nicht wissen, dass Sie Ihre Rufnummer auch bei Wechsel zu einem Geschäftskundentarif mitnehmen können.

Wenn der Rufnummerninhaber nicht mit dem künftigen Vertragsinhaber (Kapitalgesellschaften z.B. GmbH) übereinstimmt, ist erforderlich, dass der private Rufnummerninhaber auf dem Portierungsformular sein schriftliches Einverständnis und die Daten angibt, mit denen er beim Altanbieter geführt wird (Name und Geburtsdatum). Somit kann Ihr Unternehmen die ehemals private Rufnummer auf einen geschäftlichen Mobilfunkvertrag übertragen.

Wichtig ist: Nicht jeder Geschäftskunden-Anbieter lässt zu, dass der Vertragsnehmertyp beim Altanbieter abweicht und lehnt dann die Portierung ab.

Dauer der Rufnummernportierung

Der Termin, an dem die bestätigte Portierung stattfindet, liegt ca. sieben Tage nach dem Tag, an dem der neue Anbieter den Portierungsauftrag an den neuen Altanbieter übertragen hat. Ihre neue SIM-Karte erhalten Sie meist auf dem Postweg, nachdem der Portierungstermin bestätigt ist (also ca. 5 Tage vor der Portierung).

Beachten Sie diesen Vorlauf und den Zeitplan für die Planung von Geschäftsreisen, damit sie durchgängig erreichbar sind.

Die Portierung selbst findet am bestätigten Termin häufig ab 0 Uhr statt und ist in der Praxis bis zum nächsten Morgen abgeschlossen. Vereinzelt kann die Erreichbarkeit für Anrufe aus bestimmten Netzen einige Stunden kürzer oder länger dauern.

Achtung: SMS-TAN für Online-Banking wird aus Sicherheitsgründen voraussichtlich erst am Folgetag wieder funktionieren.

Kosten für die Rufnummernmitnahme

Der abgebende Anbieter ist verpflichtet, die Rufnummer auf Wunsch vorzeitig und automatisch nach Vertragsende zur Portierung freizugeben. Allerdings darf er hierfür eine Gebühr berechnen, deren Höchstsatz, mittlerweile gesetzlich geregelt ist. Maximal 29,95 € brutto darf der alte Anbieter Ihnen aktuell für die Rufnummernmitnahme berechnen.

Für den Import der Rufnummer berechnet der neue Anbieter in der Regel keine Gebühr. In manchen Fällen erstattet Ihnen der neue Anbieter sogar die Kosten des Altanbieters ganz oder teilweise als Wechselbonus.

Hilfe und Unterstützung von eneatec

Bei Rufnummernportierungen kann vieles schieflaufen was Ihre geschäftliche Erreichbarkeit mitunter sogar einige Tage gefährden kann. Während Anbieter unter sich nur Ihren eigenen Teil erfüllen, stehen Sie als Kunde manchmal zwischen den Stühlen, wenn etwas nicht funktioniert. Damit wird das verlockende Neukundenangebot zur Kostenexplosion, sobald Sie sich stundenlang um Ihre Portierung kümmern müssen.

Sowohl kleine, mittelgroße und auch große Geschäftskunden mit vielen Rufnummern benötigen beim Anbieterwechsel ein verlässliches Konzept und eine sinnvolle Strategie zur Rufnummernmitnahme.

Mit eneatec erhalten Sie einen persönlichen Ansprechpartner, der die individuelle Wechselstrategie mit Ihnen abstimmt und den Anbieterwechsel laufend überwacht. So wird selbst bei Herausforderungen während der Portierung schnell und zielsicher von eneatec eingegriffen, ohne, dass Sie zusätzlichen Aufwand haben. Ihre Erreichbarkeit ist damit durchgängig und stressfrei sichergestellt.

Für Mobilfunkkunden, die Ihre Geschäftskundentarife über eneatec schalten, ist der Wechsel zwischen Deutsche Telekom, o2 Business und Vodafone besonders komfortabel, da die Portierung auf Wunsch schlüsselfertig durch eneatec ohne zusätzliche Kosten durchgeführt werden kann. Aber auch Unternehmen, die Ihre Mobilfunkverträge nicht über eneatec beauftragen, können Unterstützung bei der Portierung als kostengünstige Beratungsleistung buchen.

Nehmen Sie für ein unverbindliches Erstgespräch Kontakt auf.