Standortvernetzung für Unternehmen – diese zweieinhalb Möglichkeiten haben Sie

Verfasst am 18. November 2016 von Philipp Rabus

Zu keiner Zeit war es für Unternehmen einfacher, an mehreren Standorten gleichzeitig niedergelassen zu sein und doch so produktiv arbeiten zu können, als befände sich das ganze Unternehmen regional an einem Standort.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die technischen Möglichkeiten der Standortvernetzung.

MPLS – Multi-Protocol Label Switching

Per MPLS werden Ihre Standorte providerseitig zusammengeschaltet, als würde ein langes Netzwerkkabel zwischen den Standorten gezogen.

Vorteile:

  • Die Infrastruktur wird betriebsfertig übergeben und der Provider ist für die Funktion / Leistungen verantwortlich. Im Fehlerfall sind die Verantwortlichkeiten dadurch klar definiert.
  • Kommt es zu Störungen, greifen in vielen Fällen proaktive Netzüberwachungen und die Entstörungsstellen des Providers werden automatisch aktiv.
  • Je nach Anforderungen können trotz augenscheinlich höherer Grundgebühren die Betriebskosten insgesamt geringer ausfallen, sofern Personal- und Materialkosten für die Wartung einkalkuliert werden.
  • Abhängig vom Provider können Bandbreitengarantien ausgesprochen werden, so dass Sie auf verlässliche Betriebsbedingungen vertrauen können.
  • Die Vernetzung erfolgt dezentral, so dass auch einzelnen Niederlassungen vernetzt sein können, ohne, dass Daten zunächst über die Unternehmenszentrale ausgetauscht werden müssen.
  • Backupszenarien wie eine zweite Zuwegung sind integriert abbildbar, um die Verfügbarkeit zu erhöhen.
  • Viele MPLS-Lösungen werden auf vom Internet physikalisch getrennten Leitungen realisiert, so dass selbst der verschlüsselte Datenstrom nicht durch Man-In-The-Middle-Attacken aus dem Internet abgefangen werden kann.

Nachteile:

  • Das MPLS kann immer nur von einem Provider betrieben werden, wodurch eine Abhängigkeit insbesondere bei neu zu verbindenden Standorten entsteht. Kann der entsprechende Provider an diesem Standort nicht liefern, müssen heterogene Alternativen gefunden werden.
  • Für kleinere oder IT-affine Unternehmen rechnet sich ein MPLS meist nicht, da die Betriebskosten höher sind, als bei selbst verwalteten Lösungen wie VPN (s.u.).
  • Es können nur ganze Standorte, nicht aber Einzelnutzer (mobil oder Homeoffice) wirtschaftlich eingebunden werden. Insofern wird eine VPN-Infrastruktur in diesen Fällen parallel benötigt.

Fazit zu MPLS:

Über ein MPLS erhalten Sie eine schlüsselfertige Lösung, die vertraglich genau definiert ist. Durch die Fixierung aller Parameter erhalten Sie Sicherheit, allerdings zu Lasten der Flexibilität bei meist hohen Betriebskosten.

VPN – Virtual Private Network

Über bestehende oder separate Internetanschlüsse werden verschlüsselte Datentunnel über VPN-Router an den jeweiligen Standorten zur Zentrale (VPN-Server) aufgespannt. Über diese Tunnel werden Ihre Standorte gesichert über das Internet sternförmig vernetzt (Site2Site-VPN).

Vorteile:

  • Die Anschaffungs- und Einrichtungskosten für die VPN-Hardware sind je nach Anforderungen sehr gering.
  • Bestehende oder neue Internetanschlüsse können sehr günstig verwendet werden, so dass der Anschluss nicht nur exklusiv für die Vernetzung genutzt werden muss.
  • Sie bleiben unabhängig, weil Sie den Provider sogar pro Standort frei wählen können.
  • In vielen Fällen ist selbst VPN-Hardware herstellerübergreifend kompatibel.
  • Je nach Standort lassen sich unterschiedliche Internetanschlusstechnologien wählen, so dass Sie das beste Preis-Leistungsverhältnis erreichen können.
  • Die verwendete Sicherheitsstufe bei der Verschlüsselung bestimmen Sie, so dass Sie die Qualität der Datensicherheit nach eigenem Ermessen auswählen.

Nachteile:

  • Sofern die Zentrale (VPN-Server) offline ist, ist die Verbindung der Filialen untereinander auch gekappt.
  • Bei VPN-Hardwaredfekten kann die Ersatzbeschaffung je nach Modell langwierig sein (Lieferzeiten hängen von den Verfügbarkeiten bei Händler ab), sofern keine Herstellergarantien mit reaktionsschnellem Vor-Ort-Austausch bestehen.
  • Bei unklaren Störungen kann die Fehlersuche komplex sein, da nicht direkt klar sein muss, ob es sich um einen Routerdefekt, Konfigurationsfehler oder um eine Störung des Internetanschlusses handelt. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sind folglich nicht immer geklärt, was die Lösungsfindung verzögern kann.

Fazit zu VPN:

Mit VPN haben Sie die größte Flexibilität und geringe Anschaffungskosten. Bei Störungen und unglücklichen Gegegebenheiten können Wartungskosten und Ausfallzeiten schädliche Auswirkungen für Ihr Unternehmen haben, so dass eine Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Risikoabwägung für eine Entscheidung notwendig ist.

MPLS + VPN = Mischkonzept

Ein Mischkonzept aus MPLS und VPN kann immer dann die Lösung Ihrer Wahl sein, wenn Sie geschäftskritische Standorte sicher vernetzen möchten und temporäre bzw. weniger wichtige Standorte kostengünstig dazu schalten wollen.

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