Reisen mit dem Smartphone ins Ausland – was Sie als Geschäftskunde vorab erledigen sollten

Verfasst am 8. Dezember 2016 von Philipp Rabus

Auf Ihrer Reise-Checklist ist bereits alles abgehakt? Ob Geschäftsreise oder Urlaub: Ihr geschäftliches Handy ist mit Sicherheit auch dabei. Schon vor Ihrer Abreise sollten Sie jedoch einige Aspekte vorab klären, bevor Sie Ihren Mobilfunkvertrag im Ausland nutzen, denn unerwartet hohe Rechnungen oder eingeschränkte Nutzbarkeit können drohen.

Roaming – Ihre SIM-Karte im Ausland nutzen

Durch Roaming können Sie Ihre SIM-Karten auch in den Partnernetzen Ihres Anbieters im Ausland nutzen. Prüfen Sie, ob Ihr Anbieter im Zielland mind. einen Roamingpartner hat und welche Funkstandards dieser unterstützt. In vielen Fällen wird nach GSM-, UMTS- und LTE-Empfang unterschieden. Besteht z.B. nur ein Abkommen über GSM-Roaming, sind schnelle Datenverbindungen quasi ausgeschlossen.

Aber auch Ihr Telefon muss entsprechende Frequenzbänder des ausländischen Netzes empfangen können. Mit Quadband-Telefonen können Sie sich z.B. weltweit in GSM-Netze einbuchen, sofern Ihr Anbieter über die entsprechende Roaming-Kooperation verfügt.

Haben Sie Ihren Mobilfunkvertrag für die Auslandsnutzung sperren lassen?

Standardmäßig ist Roaming bei den meisten Anbietern aktiviert. In bestimmten Fällen kann aber auch eine Sperre eingerichtet sein, die eine Auslandsnutzung verhindert.

In welches Land soll es gehen?

Innerhalb der EU greifen seit dem 30.04.2016 im ungünstigen Fall die regulierten EU-Preise für das Roaming: Hierbei fällt ein entsprechender Aufschlag zu den jeweiligen Inlandskonditionen Ihres Mobilfunktarifs zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer an:

  • 5 Cent je Minute für abgehende Anrufe,
  • 1,14 Cent je Minute für ankommende Anrufe,
  • 2 Cent jeSMS
  • 5 Cent je Megabyte Datenvolumen bei mobiler Internetnutzung.

Bietet Ihr Tarif beispielsweise eine nationale Allnet-Flatrate, zahlen Sie im EU-Ausland nur den Aufschlag von 0,05 € pro abgehender Gesprächsminute.

Sofern Sie mit Ihrem Anbieter keine andere Regelung getroffen haben, greift ein Kostenairbag bei 50,00 € (netto), ab dem die Auslandsnutzung in der EU gesperrt wird.

Vielen Geschäftskundentarife beinhalten bereits Auslandsvolumen oder echte EU-Flatrates, die in manchen Fällen auch per Option zubuchbar sind.

Achtung außerhalb der EU

Nicht alle Mobilfunkbetreiber im nicht-europäischen Ausland unterstützen die so genannte Echtzeitabrechnung, so dass die Kostenobergrenze von 50,00 € nicht zwangsweise greift. Fehlt die Echtzeitabrechnung, fehlt auch die technischen Voraussetzung für eine Sperre bzw. Warnung beim Übersteigen der Kostenobergrenze. In diesem Fall wird Sie Ihr Mobilfunkanbieter nur einmal bei Einreise per SMS darüber informieren, dass ohne Höchstgrenze abgerechnet wird. Nehmen Sie diesen Hinweis ernst.

Grundsätzlich sind Reiseländer außerhalb der EU unreguliert, das heißt, dass der jeweilige Anbieter nach Verbrauch gemäß der geltenden Preisliste abrechnet. Nicht selten kann so ein Megabyte (1 MB) über 10 € kosten. Ohne Obergrenze können daher in kürzester Zeit einige Megabytes, folglich auch einige hundert Euro Kosten anfallen.

Geschäftskunden sind keine Privatkunden

Die schnelle Suche im Internet nach Auslandsinformationen zu Ihrem Tarif kann schnell falsche Daten hervorbringen. Zum einen gibt es unterschiedliche Tarif-Generationen, die unterschiedliche Inklusivleistungen besitzen. Zum anderen können Privatkunden-Tarife für falsche Informationen sorgen: Auch, wenn diese Tarife meist ähnlich heißen, können sie im Detail stark von Ihrem Pendant im Geschäftskundenbereich abweichen.

Gerade Geschäftskundentarifen liegen größtenteils individuelle Rahmenverträge zugrunde, in denen auch die Konditionen für Auslandsnutzung gesondert geregelt sein kann.

Ebenso können gebuchte Tarifoptionen Auslandsdatenverbindungen blockieren oder – gerade außerhalb der EU – teure Abrechnungsmodelle aktivieren.

Tarifleistungen richtig verstehen

Beinhaltet Ihr Tarif Freiminuten ins Ausland, gelten diese nun mal nur für Gespräche von Deutschland ins entsprechende Ausland und nicht im Ausland. Nicht selten reizen Kunden durch dieses Missverständnis nicht vorhandene Freiminuten im Ausland aus und wundern sich über die entstandenen Kosten.

Kostenfalle Mailbox deaktivieren

Ist Ihr Smartphone einmal im ausländischen Netz eingebucht und wird ein Anrufer auf Ihre Mailbox umgeleitet, fallen in der Regel erhebliche Kosten bei Ihnen an: Außerhalb der EU zahlen Sie insbesondere Weiterleitungskosten für Anrufe, die auf Ihrer Mailbox landen.

Optionen im Vorfeld buchen

Buchen Sie möglichst bereits im Vorfeld Auslandsoptionen beim Kundenservice Ihres Anbieters, um Ihr Smartphone kostengünstig und ohne Überraschungen im Ausland nutzen zu können. Dokumentieren Sie Ihre Anfrage, um sich bei Beratungsfehlern weitestgehend absichern zu können.

Ihre Urlaubs-Checklist für die Mobilfunknutzung:

Mit unseren Tipps bereiten Sie Ihre Reise gut vor. In jedem Fall empfehlen wir, mit Ihrem Berater eine Woche vor Reise Rücksprache zu halten, um individuelle Besonderheiten abzudecken.


Roaming-Partner:

  • Hat Ihr Anbieter im Reiseland einen Roamingpartner mit dem benötigten Dienst (GSM für Sprache und/oder UMTS/LTE für Daten)?

Freischaltung:

  • Ist Ihr Mobilfunkvertrag für die Auslandsnutzung freigeschaltet?

Technische Voraussetzungen prüfen:

  • Unterstützt Ihr Smartphone die benötigten Frequenzbänder?

Kosten bei Nutzung:

  • Welche Kosten fallen an?
    • Ankommende Anrufe
    • Abgehende Anrufe
    • SMS
    • Datennutzung
    • Mailbox

Prepaid-Alternative:

  • Ist eine Prepaid-Karte aus Deutschland oder vor Ort aus dem ausländischen Netz möglicherweise wirtschaftlicher?

Auslandsoptionen prüfen:

  • Prüfen Sie, ob Auslandsoptionen für Ihren Tarif buchbar sind:
    • Welche Inklusivleistungen bietet Ihnen die jeweilige Option?
    • Was passiert nach Aufbrauchen der Leistungen/Volumen?
    • Wie lange ist die Mindestlaufzeit Ihrer Option?

Daten-Roaming abschalten:

  • Wenn Sie auf Auslandsoptionen verzichten möchten, weil Sie z.B. WLAN im Hotel nutzen wollen, stellen Sie das Datenroaming explizit in Ihrem Smartphone ab. Folgen Sie den Anweisungen im Handbuch Ihres Herstellers. Seien Sie unbedingt gründlich: Ein falscher Haken kann Datenübertragungen im Hintergrund erlauben!

Mailbox:

  • Schalten Sie Ihre Mailbox vor Reiseantritt bereits in Deutschland ab.

Anbieter-Rufnummer für den Notfall:

  • Wie erreichen Sie Ihren Anbieter oder Berater in dringenden Fällen auch aus dem Ausland (inländische Kurzwahlen der Anbieterhotlines sind aus dem Ausland nicht erreichbar)?

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