Die All-IP-Umstellung in 7 Punkten kurz erklärt

Verfasst am 3. März 2017 von Philipp Rabus

Viele Begriffe werden Ihnen um die Ohren gehauen, wenn es um die ISDN-Abschaltung geht. Auch wird vertrieblicher Druck aufgebaut – schädlich, wenn man nach dem Durchblick sucht. Wir fassen für Sie in wenigen Punkte die wichtigsten Aussagen zur All-IP-Umstellung zusammen.

Worum geht es bei der All-IP-Umstellung?

„Alles wird IP“ – denn die Sprachtelefonie wird von einer exklusiven Anwendung (eigene Telefonleitungen) zu einem von vielen Internetdiensten wie Websurfen, E-Mail oder VPN.

Im Rahmen der All-IP-Umstellung werden analoge und ISDN-basierte Telefonanschlüsse in IP-Anschlüsse umgewandelt: Telefoniert wird künftig über das Internet per Datenleitung (VoIP, Kurzform für Voice-Over-Internet-Protocol). VoIP-Endgeräte wandeln die Sprachtelefonie in Datenpakete um und tauschen diese über das Internet mit ihrer Gegenstelle aus.

Warum muss ISDN abgeschaltet werden?

ISDN ist eine sehr alte Technologie für digitale Sprachanschlüsse, die ab 1989 in Deutschland produktiv eingeführt wurde. Übrigens: Erst ein Jahr später wurde das Internet kommerzialisiert.

Wie jede Technologie ist auch ISDN nur so gut, wie der damalige technologische Entwicklungsstand. Die auf das Internet zurückzuführenden Errungenschaften gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Komfortgewinn durch neue Entwicklungen (sowohl technologisch als auch kulturell) konnte also nicht in die Funktionen von ISDN einfließen.

Zudem ist die für den ISDN-Betrieb notwendige Technik insbesondere in den Vermittlungszentralen sehr alt und wird zum Teil auch nicht mehr hergestellt. Auch gibt es einen Mangel an entsprechend qualifizierten Fernmeldetechnikern, schließlich befinden sich schon viele im Ruhestand. Die Wartung von ISDN-Vermittlungsstationen ist entsprechend intensiv und teuer.

Ein weiter Grund ist der durch die Analog- und ISDN-Telefonie genutzte Frequenzbereich im Telefonkabel. Dieser frei werdende Frequenzbereich kann künftig für mehr Internetbandbreite eingesetzt werden und ermöglicht so z.B. per VDSL-Vectoring Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s im Downstream und 40 Mbit/s im Upstream, statt der sonst maximal möglichen 50 bzw. 10 Mbit/s. Der steigende Bandbreitenbedarf kann daher auch ohne flächendeckenden Glasfaserausbau über die Brückentechnologie VDSL-Vectoring vorübergehend in vielen Szenarien gestillt werden.

Ein großer Teil der Telefonanschlüsse für Unternehmen basiert auf ISDN-Anlagenanschlüsse, die also in absehbarer Zeit umgestellt werden müssen.

Wann wird umgestellt?

Zunächst werden bereits analoge Telefonanschlüsse und ISDN-Mehrgeräteanschlüsse auf IP-basierte Anschlüsse umgestellt. Bis 2018 sollen z.B. bei der Deutschen Telekom auch die letzten kleinen Anschlüsse sowie alle ISDN-Anlagen- und Primärmultiplexanschlüsse zwangsweise auf IP-Anschlüsse umgestellt werden. Alternative Anbieter wie Vodafone und 1&1 Versatel möchten ISDN noch ein wenig länger bis 2020 / 2022 betriebsfertig halten, was aber trotzdem kein Grund zum Zurücklehnen sein sollte.

Warum ist das Thema für Unternehmen so enorm wichtig?

Vom Telefonanschluss selbst hängen aber viele wichtige Faktoren ab:

  • Telefonische Erreichbarkeit
  • Internetzugang
  • Telefonanlagen
  • Alarm- und Brandmeldeanlagen
  • Modems, Fax, EC-Cash usw.
  • Leasing- und Wartungsverträge

Eine unbedachte All-IP-Umstellungsstrategie kann das Unternehmenswohl z.B. durch Fehlinvestitionen und Erreichbarkeitsprobleme stark gefährden.

Warum haben noch nicht alle ISDN-Kunden Kündigung erhalten?

Nicht jeder ISDN-Kunde wurde bereits gekündigt. Aktuell haben Kunden von Analog- und ISDN-Mehrgeräteanschlüssen Kündigungen von der Deutschen Telekom erhalten.

Da die Deutsche Telekom mit Stand 02/2017 noch kein All-IP-Produkt für ISDN-Anlagen- und Primärmultiplexanschlüsse öffentlich anbietet, ist der Kommunikationsfluss in vielen Fällen entsprechend gering.

Warum sollte jedes Unternehmen bereits jetzt reagieren?

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten die ISDN-Kündigung zu einem Zeitpunkt, an dem Sie aktuell Hochkonjunktur im Unternehmen haben. Veranlassen Sie dann nichts, kann Ihre Erreichbarkeit gefährdet sein. Reagieren Sie, obwohl Sie zeitlichen Engpässe haben, bleibt Ihr wichtiges Kerngeschäft mitunter liegen.

Auch können Optionen hinsichtlich eines Anbieterwechsels versperrt bleiben, wenn Sie sich zu spät entscheiden. Ihr Unternehmen hätte damit einen enormen Wettbewerbsnachteil, da alternative Konzepte oder Kosteneinsparungen nicht mehr möglich wären.

Unbedachte Entscheidungen können wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen.

eneatec bietet Ihnen eine individuelle All-IP-Analyse mit Konzeptvorschlag zum Festpreis. Nehmen Sie kurzfristig mit uns Kontakt auf, damit Sie stressfrei mit Plan umstellen können, ohne unter Druck zur All-IP-Umstellung gezwungen zu werden.

Aber auch für Kunden, bei denen es wegen einer Kündigung fast schon zu spät ist, bieten wir Lösungen.

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