Im Auto telefonieren und Funklöcher vermeiden

Verfasst am 12. März 2017 von Philipp Rabus

Ein paar mehr PS, Klimaanlage, Iso-Verglasung, Sitzheizung, Navigation – und eine eingebaute Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Fertig ist das perfekte Auto für einen Mitarbeiter im Außendienst? Nicht ganz, denn neben wichtigen Nutzungstipps zum mobilen Handyempfang ist auch bei der Auto- oder Sonderausstattungsauswahl wesentliches zu beachten, um optimal auf Autobahn und Landstraße telefonieren zu können.

Wenn Sie viel im Auto unterwegs sind und die Zeit produktiv nutzen möchten, ist natürlich eine Freisprecheinrichtung z.B. per Bluetooth selbstverständlich. Aber Funklöcher stören die Produktivität und lenken zusätzlich beim Fahren ab.

Wussten Sie, dass viele Funklöcher von Ihnen einfach vermieden werden können?

Ursachen von Funklöchern

Sind Gespräche während Sie fahren zwischendrin gestört (z.B. Stille, Gegenpart hört nichts), liegt das meist am so genannten Hand-Over zwischen Funkzellen. Wenn Sie sich während eines Telefonats bewegen und dabei die Reichweite der Funkzelle verlassen, in der Sie zunächst eingebucht waren, muss Ihr Mobiltelefon in die nächstgelegene Funkzelle wechseln. Je nach verwendeter Technologie (GSM / UMTS / LTE) und Signalqualität kann dies technisch bedingt ein paar Sekunden dauern, so dass Ihr Telefonat kurzzeitig pausiert ist.

Kommt es hingegen zu einem vollständigen Abbruch des Gesprächs, dürfte die Ursache in der mangelnden Funkversorgung liegen, d.h. es steht an aktueller Position keine Funkzelle in ausreichender Signalstärke bzw. Qualität zur Verfügung.

Eigentlich bietet jeder Mobilfunkbetreiber in Deutschland eine fast 100 prozentige Mobilfunkabdeckung per GSM, UMTS oder LTE. Warum aber klagen so viele Nutzer über Funklöcher?

Ein kleines Gedanken-Experiment

Fahren Sie mit Ihrem Auto mit festem Dach an einen landschaftlich schönen Ort in Deutschland, fernab einer Metropole. Nehmen Sie Ihr Mobiltelefon und stellen sich auf eine baumfreie, flache, grüne Wiese. Normalerweise dürfte Ihr Telefon in dieser Situation genügend Empfang haben, damit Sie einwandfrei telefonieren können.

Zieht nun plötzlich ein Gewitter auf, sind Sie in dieser Situation im Auto am sichersten, wenn Sie dort keine Metallteile berühren, weil Ihr Auto bei einem Blitzeinschlag fließende Ströme ins Erdreich ableitet (Faraday’scher Käfig). Wollen Sie Ihr Telefonat nun im Auto per eingebauter Bluetooth-Fernsprecheinrichtung fortsetzen, werden Sie sicherlich feststellen, dass der Empfang bedeutend schlechter ist, als außen auf der Wiese.

Genauso, wie ein einschlagender Blitz abgeleitet würde, werden auch Mobilfunksignale (das sind elektromagnetische Wellen) von Ihrem Auto teilweise abgeschirmt. Metallbedampfte Scheiben des Automobils, dämpfen nämlich nicht nur die Licht- und Hitzeeinstrahlung der Sonne für blendarmes Autofahren und effizientere Klimaanlagenleistung, sondern auch den hochfrequenten Mobilfunkempfang.

Haben Sie in einem Gebäude schlechten Empfang, werden Sie sich intuitiv zu einem Fenster bewegen, um zu telefonieren. Dadurch wird die Mobilfunkantenne Ihres Mobiltelefons näher an den Funkbereich des Mobilfunknetzes geführt.

Wo befindet sich jedoch Ihr Mobiltelefon im Auto, wenn Sie per Fernsprecheinrichtung telefonieren? Je weiter die Handyantenne nach außen zeigt, desto besser wird der Empfang.

Einfache Maßnahmen für besseren Empfang im Auto

Viele Handtaschenbesitzerinnen z.B. lassen Ihr Smartphone gerne in ihrer Tasche und legen sie in den Beifahrer-Fußraum. In diesem Fall ist die Abschirmung ideal, um möglichst schlechten Handyempfang zu haben. Auch die Mittelkonsole, das Handschuhfach oder der Rücksitz sind optimierungsbedürftige Orte für empfangsbereite Smartphones.

Kaufen Sie sich besser einen Smartphonehalter, der die Antenne des Smartphones auf die Windschutzscheibe richtet. Vermeiden Sie in jedem Fall Handyrutschmatten für das Armaturenbrett, da das Smartphone dann beim Bremsen zum lebensgefährlichen Wurfgeschoss werden kann. Zwar schirmt auch eine bedampfte Frontscheibe Handysignale ab, allerdings nicht ganz so sehr, wie die Metallkarosserie des Autos selbst. Häufig haben Autohersteller zudem in Höhe des Rückspiegels ein Kommunikationsfenster (unbedampfter Bereich in der Frontscheibe) berücksichtigt, das die Handysignale besser durchlässt.

Kommunikationsfenster in der Frontscheibe (gepunktet)

Sonderausstattung und Modelle prüfen

Je nach Automodell und Ausstattungslinie sind Außenantennen mit induktiver Übertragung ins Fahrzeuginnere verfügbar. Dabei wird eine Außenantenne des Auto mit der Smartphone-Antenne kontaktlos per Induktion verbunden. Das Smartphone wird dazu z.B. in das entsprechende Fach im Auto gelegt und damit automatisch mit der Außenantenne verbunden. Auch sind Universalladeschalen mit induktivem Antennenanschluss verfügbar, womit Sie diese Reichweitenverbesserung nachrüsten können. Der Empfang wird mit dieser passiven Technik spürbar verbessert.

Ladefach mit induktiver Außenantenne

Alternativ gibt es auch ein Revival des Autotelefons: Viele Neuwagen bieten WLAN-Hotspots, die eine SIM-Karte im Fahrzeug benötigen. Mit dieser SIM-Karte kann modellabhängig auch per Freisprecheinrichtung telefoniert werden. Die dafür vorhandene, verstärkte Fahrzeugantenne befindet sich an strategisch günstiger Position am Fahrzeugäußeren, so dass der Empfang besser als im Freien ist. Viele Geschäftskundenverträge erlauben zudem Multisimkarten, also mehrere SIM-Karten pro Vertrag, wodurch Sie unter gleicher Rufnummer mit besserem Empfang im Auto erreichbar sind, ohne Ihre SIM-Karte ständig zwischen Autotelefon und Smartphone zu tauschen.

Auto-Slot für Mobilfunk-SIM

Technologie-Handover vermeiden

Telefonieren Sie generell viel im Auto, empfehlen wir, auf das robuste GSM-Netz zurückzugreifen und UMTS und LTE während der Fahrt im Smartphone zu deaktivieren. In jedem Fall ist aktuell Voice-Over-LTE (VoLTE) bei Mittel- und Langstreckenfahrten noch nicht zu empfehlen. Schalten Sie daher besser VoLTE in Ihrem Smartphone bei Bedarf ab.

Das Hand-Over zwischen Mobilfunkzellen gleicher Technologien (also z.B. zwischen GSM-Funkzellen) geht zudem schneller, als wenn zwischen UMTS und GSM gewechselt werden muss.

Bietet Ihr Auto einen WLAN-Hotspot, sollten Sie Wifi-Calling in Ihrem Smartphone deaktivieren, wenn sie darüber telefonieren, da ansonsten das Telefonat als IP-Datenverbindung über das Mobilfunknetz vermittelt wird, was zu Problemen führen kann.

Weniger meckern – ran an die Lösung

Professionelle Anwender benötigen professionelle Konzepte und Maßnahmen, um unterwegs mobil zu arbeiten: Wenn Sie das nächste Mal in ein Funkloch fahren, prüfen Sie, ob Sie auch alles in Ihrer Macht Stehende veranlasst haben, um optimalen Empfang zu haben.

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